Kulinarische Dreamteams verzaubern die Gäste
Gastronomie-Nachwuchs aus Küche, Hotel und Restaurant begeistert Fachjury im Alice-Salomon-Kolleg
Bochum/Hattingen/Witten, 1. Februar 2007. Sie trainierten wie die Weltmeister und setzten alles auf die Teamkarte: Bei den Bezirksmeisterschaften 2007 in den gastgewerblichen Ausbildungsberufen hatten der Koch Anton Davydenko, die Restaurantfachfrau Sigrid Dobrinski und die Hotelfachfrau Julia Hofmann die Nase vorn. Strahlende Gesichter gab es nicht nur bei den Preisträgern, sondern auch bei der Jury im Alice-Salomon-Berufskolleg: „Solche Dreamteams hatten wir in der Küche schon lange nicht mehr. Die Auszubildenden haben sich freiwillig der Prüfung gestellt und hatten keine Angst, gefordert zu werden. An diesem Abend hätte jeder den ersten Preis verdient.“
22 angehende Köche, Hotel- und Restaurantfachleute aus Gastronomiebetrieben in Bochum, Hattingen, Bochum und Witten, stellten sich den kritischen Augen der Prüfer. Sie wetteiferten um den Preis der Jury, aber auch um den Publikumspreis, vergeben von dem Bochumer Schriftsteller und Kabarettisten Frank Goosen. Während die Köche am Herd aus Edelfisch, Lamm und Ananas Köstlichkeiten zauberten, bestand auch der Service anspruchsvolle Prüfungsaufgaben. Wie bei einer großen Gala wurden die Gäste des Prüfungsessens einzeln platziert. Der Hauptgang wurde nicht – wie sonst üblich – als Tellergericht gereicht, sondern von den Prüflingen von einer Platte dem Gast „vorgelegt“. Da schaute nicht nur die Jury, sondern auch mancher Gast ganz genau zu.
Die feierliche Ehrung war längst vorbei, da konnte Anton Davydenko, Auszubildender im 2. Lehrjahr im Restaurant „Paulaner Botschaft“ in Bochum, sein Glück noch gar nicht fassen. Der 20jährige Sonnyboy kam 1999 aus Kiew nach Bochum – mit dem festen Vorsatz: „Ich werde Koch.“ In der „Paulaner Botschaft“ lernt er jetzt die deftige, bayrische Küche kennen, im Wettbewerb um den Niggemann-Preis überzeugte er mit einem fein komponierten Menü. Loup de Meer im Gemüse-Speckmantel auf Dijonsenf mit Kräuterrisotto, rosé gebratenes Lammcarree auf einem Rosmarin-Knoblauch-Jus mit Brokkoli und Kartoffelgratin, dazu Himbercreme in einer Schokoladenträne auf Ananasmark. Anton träumt davon, später einmal in seiner ukrainischen Heimat ein eigenes Restaurant eröffnen zu können. Bis dahin orientiert er sich an großen Fußstapfen: „Mein Chef ist mein großes Vorbild.“
Sigrid Dobrinski (27), Auszubildende im Restaurant „Mutter Wittig“, lässt den Fiege-Pokal für die beste Restaurantfachfrau gar nicht mehr los: „Ich war sehr lange auf der Suche nach dem richtigen Beruf. Der Preis zeigt mir, dass ich an der richtigen Stelle angekommen bin.“ Auch Julia Hofmann (23), angehende Hotelfachfrau im Parkhotel Witten, spürt den Rückenwind, den ein Wettbewerbserfolg auslöst: „Ich hatte mich sehr gut auf alles vorbereitet. Am Tisch mit den Gästen hat alles reibungslos geklappt.“ Julia träumt davon, nach ihrer Ausbildung ins Ausland zu gehen. Ein Jahr Schweiz oder Österreich soll es sein, dann möchte sie dort bleiben, „wo mir die Menschen gefallen“.
Auf ihren Lorbeeren ausruhen können sich die drei Sieger nicht. Nun wartet die Landesmeisterschaft auf den Gastronomie-Nachwuchs aus Bochum. Und wenn alles gut geht, dann dürfen sich die Top-Azubis aus dem Ruhrgebiet bei der Bundesmeisterschaft mit den Besten der Besten messen.

- Gekocht, gebangt, gewonnen: Hotelfachfrau Julia Hofmann (2.v.l.), Koch Anton Davydenko und Restaurantfachfrau Sigrid Dobrinski hatten bei den Stadtmeisterschaften des Gastronomiegewerbes die Nase vorn. Zu ihrer Leistung gratulierten ihnen Herwig Niggemann (links), Hugo Fiege (rechts) und der Bochumer Kabarettist Frank Goosen (Mitte).
